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Sekundäre Pflanzenstoffe

Was bitter schmeckt, bekämpft auch Krebszellen
Vitamine und Mineralstoffe galten – zusammen mit den Ballaststoffen – bis vor kurzem noch als die wichtigsten Bestandteile einer vollwertigen Ernährung. Etwa seit Mitte der 1990er Jahre betonen Ernährungswissenschaftler immer häufiger aber auch die Bedeutung so genannter sekundärer Pflanzenstoffe.

Die Hinwendung zu den keineswegs zweitrangigen Pflanzenstoffen hatte einen handfesten Grund: Anfang der 1990er Jahre zeigten US-amerikanische Wissenschaftler, dass Menschen, die viel Obst und Gemüse essen, weniger häufig an Krebs erkranken. Bezogen auf alle Studienteilnehmer litt das Viertel der Personen, das am wenigsten Obst und Gemüse aß, doppelt so häufig an Krebs wie das Viertel der Personen mit dem höchsten Obst- und Gemüseverzehr.

Schutzfunktionen für Pflanzen ...
Heute weiß man, dass für diese Effekte unter anderem Inhaltsstoffe von Pflanzen verantwortlich sind, die keinen direkten Einfluss auf das Wachstum haben; sekundäre Pflanzenstoffe werden sie deshalb genannt. Den Pflanzen selbst dienen sie beispielsweise als Abwehrstoffe gegen Fressfeinde. So stammt der bittere Geschmack des Rosenkohls vom Sinigrin, einem sekundären Pflanzenstoff, der Schädlingen den Appetit verdirbt. Andere sekundäre Pflanzenstoffe schützen vor Schäden durch UV-Licht, sind also für die Pflanze so etwas wie eine selbst produzierte Sonnenmilch.

Etwa 30.000 chemisch unterschiedliche sekundäre Pflanzenstoffe sind mittlerweile bekannt, 5.000 bis 10.000 kommen in unserer Nahrung vor. Wer sich „normal“ ernährt, nimmt täglich etwa 1,5 Gramm auf, Vegetarier natürlich mehr.

... und für Menschen
Darüber, wie sekundäre Pflanzenstoffe das Krebsrisiko vermindern, weiß man heute Genaueres: Einige von ihnen funktionieren schlicht als Gegengift zu krebserregenden Substanzen. Andere wirken eher indirekt und fangen im Körper chemische Verbindungen ab, die auf die Reifung von Giftstoffen fördernd wirken. Eine weitere Klasse schirmt das Erbgut der einzelnen Zelle gegen krebserregende Substanzen ab. Und schließlich wirken viele sekundäre Pflanzenstoffe auch stimulierend auf das Immunsystem, sie fördern indirekt die Reparatur von Schäden in der Erbsubstanz, die ansonsten früher oder später unkontrolliertes Wachstum, sprich Krebs, zur Folge haben würden.

Fünf Mal am Tag Obst oder Gemüse
Selbstverständlich haben Pflanzenphysiologen und Ernährungswissenschaftler die sekundären Pflanzenstoffe genau charakterisiert und sie in Gruppen eingeteilt. Wer sich gesundheitsbewusst ernähren möchte, muss allerdings nicht zwangsläufig wissen, was der Unterschied zwischen Carotinoiden, Glucosinolaten, Lektinen, Phytosterinen oder Saponinen, Polyphenolen, Flavonoiden und Sulfiden ist.

Die praktischen Konsequenzen aus den Forschungsergebnissen sind sehr viel einfacher: Das Nationale Krebsinstitut der USA empfiehlt, täglich fünf bis neun Portionen Obst und Gemüse zu essen. Das hört sich im ersten Moment schwieriger an als es ist, denn als Portion zählt jeder Apfel und jeder Salat, aber auch die Tomatensoße zu Spagetti oder das mit Zimt verfeinerte Apfelkompott.

Das Zusammenspiel ist entscheidend
Sekundäre Pflanzenstoffe wirken nicht nur gegen Krebs: Sie können den Körper vor Infektionen schützen, sie hemmen die Entstehung schädlicher Stoffwechselprodukte, sie regen das Immunsystem an und wirken verdauungsfördernd.

Bisher ist es allerdings nicht gelungen, die gesundheitsfördernden Wirkungen sekundärer Pflanzenstoffe in Medikamente zu pressen. Ernährungsexperten beurteilen die Erfolgsaussicht eines solchen Unterfangens auch eher skeptisch. Es gilt mittlerweile als gesichert, dass die Wirkungen dann optimal sind, wenn die Einzelverbindungen in ursprünglicher Form in den Körper gelangen, das heißt wenn die Pflanzen beziehungsweise Pflanzenteile roh oder gekocht gegessen werden. Forscher vermuten, dass das Zusammenspiel verschiedener sekundärer Pflanzenstoffe in Obst und Gemüse für die Schutzwirkungen verantwortlich ist.

Tipp: Weltweit ist inzwischen ein Netzwerk zur Verbreitung der Idee "5 am Tag" entstanden. Dort findet man Rezepte, Prominenten-Porträts und vieles mehr zum Thema Ernährung und Gesundheit:

www.5amtag.de

 

 

 

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