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Krebs: Außer Kontrolle geratene Genregulation

Der Berliner Pathologe Rudolf Virchow war Ende des 19. Jahrhunderts davon überzeugt, dass Krankheit immer dann entsteht, wenn einzelne Zellen die Zusammenarbeit mit anderen verweigern.

Für die Krebserkrankung ist dies sicher richtig. Krebszellen reagieren nicht mehr auf die Signale, die ihr Wachstum regulieren. Sie teilen sich unablässig weiter, ohne von ihren "Nachbarn" Notiz zu nehmen. Schon nach 30 Teilungen entsteht aus einer einzigen Zelle etwa ein Gramm neues Gewebe, das ungefähr 1 Milliarde Zellen enthält. Darüber hinaus neigen sie dazu, sich von den benachbarten Zellen zu lösen und sich in anderen Körperregionen als Metastasen (Tochtergeschwulste) anzusiedeln.

Schätzungsweise 200 verschiedene Krebsarten sind heute bekannt. Sie alle gehen nach Ansicht der meisten Forscher auf jeweils eine einzige Zelle zurück, in deren Erbgut sich Schäden angehäuft haben. Die genetische Veränderung kann durch krebsauslösende Substanzen (Karzinogene) verursacht sein. Für bestimmte Krebsarten sind auch erbliche Veranlagungen bekannt, sie treten familiär gehäuft auf. Bevor es zum Ausbruch einer Krebserkrankung kommt, müssen wohl mehrere Faktoren zusammenwirken. Erst nach einer Reihe von genetischen Veränderungen entartet eine Zelle zur Krebszelle.

 

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